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Kulturpreisträger

 

Übersicht über die Sudetendeutschen Kulturpreisträger (PDF-Dokument)

 

Preisträger des Jahres 2016

 

 

Der Große Sudetendeutsche Kulturpreis 2016 geht an den Diplom-Designer Helmut Hellmessen. 1924 in Karlsbad geboren, begann Hellmessen unmittelbar nach der Vertreibung seine künstlerische Ausbildung an der Werkkunstschule Offenbach. Der außergewöhnliche Zeichner setzt sich in seinem Werk besonders mit der griechischen Mythologie und seiner Heimat, dem Böhmischen, auseinander. Dabei beschäftigte er sich nicht nur zeichnerisch mit Prag, sondern hielt Angst, Panik, Gewalt meisterhaft im „Skizzenbuch der Vertreibung“ fest. In seiner Biografie sticht die Beteiligung an den Guinness World Records als „The most productive graphic Artist“ hervor.
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Den Sudetendeutschen Kulturpreis für Bildende Kunst und Architektur 2016 erhält der 1940 in Freiwaldau geborene Diether Kunerth. Nach seinem Studium an der Akademie der Bildenden Künste in München wurde Ottobeuren der Ort seines künstlerischen Wirkens. Zunächst expressionistisch und farbintensiv, dann pointilistisch und strukturiert, ursprünglich und kraftvoll, assoziativ und evokativ, monochrom und komplementär, asketisch und feingliedrig und schließlich lebhaft und tänzerisch – mit diesen Adjektivpaaren könnte man die Stilphasen Kunerths charakterisieren. Ein Großteil seines Werks befindet sich in dem eigens gebauten „Museum für zeitgenössische Kunst – Diether Kunerth“ in Ottobeuren und wird somit immer für die Öffentlichkeit zugänglich sein.
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Der Sudetendeutsche Kulturpreis für Musik 2016 geht an den 1954 in Thanstein geborenen Paul Windschüttl. Nach dem Studium von Orgel, Trompete, Cembalo und Generalbass wurde Windschüttl nicht nur begeisterter Musiker, sondern auch Leiter der Landkreismusikschule Cham. In dieser Funktion setzt er sich engagiert und aus tiefster Überzeugung für den Aufbau und die Pflege von Musikkontakten zum tschechischen Nachbarn ein. So öffnete er seine Schule früh für tschechische Lehrkräfte und initiierte mancherlei grenzüberschreitende Projekte, aus denen nachhaltige und dauerhafte Kooperationen hervorgingen.
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Christoph Janacs erhält den Sudetendeutschen Kulturpreis für Literatur und Publizistik 2016. Der 1955 in Linz Geborene setzt sich intensiv mit Pablo Picassos Gemälde „Guernica“ auseinander. Es wurde für ihn zum Ausgangspunkt einer literarischen Verknüpfungsspur zu unterschiedlichen Äußerungen der Gewalt in Geschichte und Gegenwart. Christoph Janacs ist in seinen Gedichten wie in seinen Prosatexten ein außerordentlich genauer Beobachter und subtiler Erzähler, der seine Wirkung durch eine präzise Ausdrucksgestaltung erzielt.
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 ©Susanne Habel

Der am 13. Februar 1941 in Weißkirchlitz geborene und am 13. Februar 2016 verstorbene Prof. Dr. Karlheinz Filipp erhält postum den Sudetendeutschen Kulturpreis für Wissenschaft 2016. Nach dem Studium von Geographie, Geschichte, Pädagogik und Philosophie arbeitete er als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Frankfurt am Main, als Gymnasiallehrer und als Professor für Erziehungswissenschaften und Geographiedidaktik an der Universität in Hamburg. Neben einem reichen wissenschaftlichen Werk muss auch sein Buch „Misericordia Bohemiae“ erwähnt werden. Mit dem Untertitel „Große Geschichte und kleine Leute“ betrachtete Filipp die Geschichte Böhmens und des Sudetenlandes aus der Perspektive der Geschichte seiner Familie und seiner Vorfahren, eben aus dem Blickwinkel von „kleinen Leuten“.
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©MartinaBogdahn

Der Sudetendeutsche Kulturpreis für darstellende und ausübende Kunst 2016 geht an Luise Kinseher. Die Geschichten ihrer Großmutter, dass die Bäuerin, auf deren Hof sie nach der Vertreibung untergekommen war, die Milch lieber wegschüttete als sie den Flüchtlingskindern zu geben, lehrten sie wachsames Hinschauen und ein Bewusstsein für Gerechtigkeit. Nach dem Studium der Germanistik, Theaterwissenschaften und Geschichte profilierte sie sich als Schauspielerin. Nach und nach wuchs die Liebe zum Kabarett und gipfelte in ihrer Rolle als „Mama Bavaria“ auf dem Nockherberg.
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Den Sudetendeutschen Volkstumspreis erhält die Böhmerwald Sing- und Volkstanzgruppe München. Als Böhmerwaldjugendgruppe 1954 gegründet, hat sie es als eine der ganz wenigen Gruppen geschafft, dank ihrer hervorragenden Führungspersönlichkeiten und engagierter Mitglieder eine produktive und in Freundschaft verbundene dauerhafte, feste Gemeinschaft zu sein. Die Böhmerwald Sing- und Volkstanzgruppe München pflegt eine Volkskultur, die keineswegs den aktuellen massenhaften Trends folgt und die nicht vor der Haustür liegt und die dennoch nicht unter Nachwuchsproblemen leidet.
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 Preisträger des Jahres 2015

 

 

Der Große Sudetendeutsche Kulturpreis 2015 geht an Prof. Dr. rer. nat. Dr. h. c. mult. Rudolf Fritsch. Nach dem Abitur am humanistischen Gymnasium Ansbach  studierte Fritsch die Fächer Mathematik und Physik an der LMU München und an der Uni Saarbrücken, wo er 1968 promovierte. 1973 folgte die Habilitation an der Universität Konstanz.
Die Karriere als Naturwissenschaftler führte bereits mit 42 Jahren an die LMU München zurück, wo er von 1981 bis zur Emeritierung 2004 ordentlicher Professor für Mathematik war. Er stand dem Mathematischen Institut der Universität vor, war Dekan der Fakultät für Mathematik und der Fakultät für Mathematik und Informatik.
Neben diesen universitären Verpflichtungen fand Rudolf Fritsch noch Zeit, sich in der ostpreußischen und sudetendeutschen Landsmannschaft zu engagieren. Er war Gründungsmitglied und Mitglied des Bundesvorstandes der Gemeinschaft „Junges Ostpreußen“. 1988 war er an der Gründung des Institutes für Ost- und Westpreußische Landeskunde beteiligt, von 1990 bis 2008 saß er im Kuratorium der Ost- und Westpreußenstiftung in Bayern, deren zweiter Vorsitzender er seit 2008 ist. Im Jahre 2003 wurde ihm für seine Verdienste der Ehrenschild „Deutschordensland“ der Ost- und Westpreußen, Landesgruppe Bayern verliehen.
1991 wurde Fritsch in die naturwissenschaftliche Klasse der Sudetendeutschen Akademie der Wissenschaften und Künste berufen. Seit 2006 ist er Präsident der Sudetendeutschen Akademie.  
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Der Sudetendeutsche Kulturpreis für Literatur und Publizistik 2015 wird Anne Hahn zuerkannt. 1966 in Magdeburg geboren, ist ihre Jugendbiographie durch politische Unterdrückung in der DDR geprägt, bis hin zu einer sechsmonatigen Haft nach einem missglückten Fluchtversuch von Aserbaidschan in den Iran im Jahre 1989.
Anne Hahns literarisches Werk reflektiert die politische Verfolgung, der ihre Generation in der DDR ausgesetzt war, den Druck auf die Jugendlichen, die Freunde an die totalitäre Staatsmacht zu verraten und die Androhung einer völligen Perspektivlosigkeit gleich zu Beginn eines jungen Erwachsenenlebens.
In der literarischen Öffentlichkeit steht der Name Anne Hahn insbesondere für die  Subkulturforschung und die Expertise der Punkkultur in der DDR. Doch ihr Buch „DreiTagebuch“ zeigt im Jahre 70 nach der Vertreibung eindrucksvoll, dass das Bekenntnis zu den deutschen Vorfahren in Böhmen keinen Widerspruch zur Identität einer über 20 Jahre nach der Vertreibung geborenen Autorin bilden muss.
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Dr. Nikolaus Brass aus Lindau erhält den Sudetendeutschen Kulturpreis für Musik 2015. Nach dem Abitur 1968 studierte er Medizin und auch Komposition. 1980 bis 1986 nahm er an den Darmstädter Ferienkursen teil, wo er Morton Feldman begegnete, der sein weiteres musikalisches Denken und Schaffen nachhaltig beeinflusste. Parallel zu seiner Tätigkeit als Mediziner arbeitete er als Komponist. Die Konfrontation mit den Höhen und Tiefen des menschlichen Lebens im medizinischen Beruf fungierte wie ein Kompass bei der Suche nach Ausdruck.
Charakteristisch für seine Musik wurden „fließende Zeitprozesse, Fragen von Ordnung und Störung, das Abtasten der akustischen Außenfläche nach dem, was sie als Widerhall in sich birgt sowie Aspekte der menschlichen Existenz“ in einem „permanenten Kreisen und Verlieren und Wiederfinden.“
Seine Kompositionen VOID I (für Klavier) und VOID II (für Soli und Orchester) wurden 2009 bei den Klangwerktagen in Hamburg einer Gemeinschaftskomposition  von Jugendlichen, die sich mit demselben Thema auseinandergesetzt hatten, gegenübergestellt. In einem begleitenden Podiumsgespräch diskutierten der Architekt des Jüdischen Museums, Daniel Liberkind, und Nikolaus Brass über Formen des Gedenkens in Architektur und Musik.
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Der Sudetendeutsche Kulturpreis für Darstellende und Ausübende Kunst 2015 geht an Fritz Graas. Aufgewachsen in der Heimat, kam er nach der Vertreibung mit der Familie nach München. Nach dem Abitur studierte Graas Philosophie, erweiterte aber bald um ein Studium für Gesang und Schauspiel, später um Theaterwissenschaft.
In Prokofjews Oper „Die Liebe zu den drei Orangen“ erlebte der Bass-Bariton Fritz Graas 1960 in München seine Premiere. Seit damals gehört Fritz Graas zum Ensemble des Bayerischen Staatstheaters am Gärtnerplatz. Als Schauspieler und Sänger ist er seit langem im Fernsehen bekannt. In Sendeformaten wie „Erkennen Sie die Melodie“, „Junger Wein und alte Lieder“ und auch in mehr als einem Dutzend Fernsehproduktionen von Opern und Operetten war er zu sehen und zu hören. Er moderierte bei Opernbällen und im Theater und schrieb seit 1975 an die 600 Lieder, vor allem Texte für bekannte Interpreten wie Josef Meinrad, Hans Clarin, Max Grießer, Ernie Singerl und viele andere. Ins Buch der „Münchner Originale“ trug er sich ein als Mitgestalter der Inszenierungen beim Starkbieranstich im „Salvatorkeller“ am Münchner Nockherberg.
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Den Sudetendeutschen Kulturpreis für Wissenschaft 2015 erhält Prof. Dr. Hans-Joachim Maaz. Nach einem praktischen Jahr als Hilfspfleger in der Medizinischen Akademie Dresden studiert er Humanmedizin in Halle. Als Chefarzt der diakonischen Klinik für Psychotherapie und Psychosomatik betrachtet er es als Aufgabe, die Patienten selbstverantwortlicher und widerstandsfähiger zu machen.
Maaz geht es nicht nur um Analysen von Defiziten in Gesellschaften, in denen Repression oder strukturelle Gewalt herrschen, sondern auch um Vorschläge, die aus seinen beruflichen Erfahrungen für die Verbesserung der Probleme abgeleitet werden können. Nach seiner Auffassung liegt der Schlüssel für die Verbesserung der individuellen und gesellschaftlichen Lebensverhältnisse in der Entwicklung der zwischenmenschlichen Beziehungskultur.
Hans-Joachim Maaz schreibt nicht nur für Fachzeitschriften, sondern Berichte über ihn und Interviews mit ihm gelangen in namhafte Zeitungen und Magazine. Zahlreiche Interviews mit ihm werden von Rundfunkanstalten und im Fernsehen gesendet, darunter auch in den großen Nachrichtenformaten von ARD und ZDF. Er selbst charakterisiert sich als Oppositionellen in seiner politischen Haltung sowie in seinem beruflichen und sozialen Engagement, als Utopisten in seinen Ideen und als Realisten in seiner täglichen Arbeit.
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Den Sudetendeutschen Kulturpreis für Bildende Kunst und Architektur 2015 erhält Günter Mauermann. In der väterlichen Werkstatt erlernte er das Handwerk und studierte an der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg. Bei seinen bildhauerischen Arbeiten setzt sich der Künstler mit vielen Werkstoffen und deren Kombination auseinander. Seine große Liebe gehört jedoch dem Granit.
In Weiden und der Oberpfalz trifft man immer wieder auf typische Werke von Günter Mauermann. Er will in seinen Werken den Gegensatz sehen zwischen strenger und gelöster Form, zwischen Säule, Kugel und Quader einerseits und Schwellungen, Einbuchtungen und Auswucherungen andererseits, zwischen Geometrischem und Organischem. Immer verbindet Mauermann die Gegensätze zu einer Einheit, wobei er den Spannungsbogen manchmal sanft, manchmal bis zum Bersten anzieht.
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Willi Lang aus Radl wird mit dem Sudetendeutschen Volkstumspreis 2015 geehrt. Als ehrenamtlicher Mitarbeiter beim Gablonzer Archiv und Museum e.V. spezialisierte er sich auf die Krippengeschichte und erwarb sich durch seine intensive Beschäftigung mit dieser Thematik ein umfangreiches Spezialwissen. 1988 initiierte er die Gründung der Arbeitsgemeinschaft Sudetendeutscher Krippenfreunde und fungierte bis 1994 als deren Vorsitzender. Mit Umsicht und Geschick organisierte und gestaltete er federführend eine Reihe großer, erfolgreicher Krippenausstellungen. Für die Verankerung der böhmisch-mährischen Krippentradition im Netzwerk der deutschen und österreichischen Krippenfreunde hat er Bleibendes geleistet.
Weit über den Tag hinaus weisen auch Willi Langs Verdienste um den Aufbau der Sammlungen im Isergebirgs-Museum Neugablonz. Hier werden seine Kennerschaft und seine Fähigkeit, Objekte aufzuspüren und ihren Wert einzuschätzen, besonders deutlich.
Ein weiteres Fachgebiet, in das sich der Brauchtumsforscher Lang eingearbeitet hat, ist die Kirchentradition der „Heiligen Gräber“. Er hat bei der Wiederentdeckung und Renaissance dieser volksreligiösen Andachtsform Pionierarbeit geleistet. Nicht nur im religiösen Bereich, auch im Themenbereich „Gesellschaftliches Leben“ verdankt das Museum dem Sammelgenie Lang einzigartige Exponate, so zum Beispiel den Siegerschlitten der ersten Europameisterschaft im Rodeln, die 1914 auf der Jeschken-Rodelbahn in Reichenberg stattfand.
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Sudetendeutsche Kulturpreise 2014 

 

Der Große Sudetendeutsche Kulturpreis 2014 geht an Dr. Ortfried Kotzian aus Augsburg. Geboren 1948 in Fellheim im Unterallgäu, studierte Kotzian nach seiner Grundausbildung bei der Bundeswehr 1969 an der Pädagogischen Hochschule Augsburg der Universität München Lehramt für die Volksschule und promovierte über „Das Schulwesen der Deutschen in Rumänien im Spannungsfeld zwischen Volksgruppe und Staat“. Nach einigen Jahren Schuldienst und einer Zwischenstation am Lehrstuhl für Schulpädagogik der Universität Augsburg baute Kotzian das Bukowina-Institut in Augsburg auf, das er von 1989 bis zu seinem Wechsel an das Haus des Deutschen Ostens 2002 leitete. Die Schwerpunkte seiner wissenschaftlichen Tätigkeit betreffen die Volksgruppen- und Minderheitenfragen in Europa (insbesondere Mittel-, Ost- und Südosteuropa), die damit zusammenhängende Schulproblematik und die Umsetzung des darüber erworbenen Wissens in den pädagogischen „Feldern“ der Jugendarbeit, des Unterrichts in Schule und Hochschule sowie der Erwachsenenbildung. Ortfried Kotzian ist ein viel beachteter Autor zahlreicher Publikationen und gefragter Referent wenn es darum geht, in lehrreicher Weise, ohne den Anschein von Arroganz und Überheblichkeit zu vermitteln, historische Entwicklungen in Mittel- und Osteuropa, die Entwicklung der Länder- und Staatengrenzen, die Überlappung der Sprachen, Konfessionen und Ethnien zu erklären. Hintergründe von politischem Denken und Einstellungen offen legen, Ursachen von Konflikten und Kriegen, Flucht, Vertreibung, Entrechtung sowie Neuanfang umfasst sein breit angelegtes Wissen um die deutsche Geschichte und Kultur. Mit zahlreichen Auszeichnungen wurde sein bisheriges Lebenswerk gewürdigt.
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Der Sudetendeutsche Kulturpreis für Literatur 2014 wird Teja Fiedler aus Hamburg zuerkannt. Als Dreijähriger vertrieben, wuchs er in Niederbayern auf und verbrachte als Reporter bzw. Korrespondent viele Jahre im Ausland. Nach dem Staatsexamen der Germanistik, Geschichte und Geografie an der Universität München besuchte er die Deutsche Journalistenschule in München und war viele Jahre für die Magazine „Stern“ und „Der Spiegel“ tätig. Fiedler veröffentlichte mehr als 500 Artikel, von denen einige auch in Buchform vorliegen. Im Verlag Piper erschien neben „Die Zeit ist aus den Fugen. Vom Kaiserleutnant zum Vertriebenen“ 2005 „Heydrich – Das Gesicht des Bösen“ (zusammen mit Swantje Strieder). Im August 2014 wird „Mia san mia. Die andere Geschichte Bayerns“ herauskommen.
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Tomá¹ Spurný aus Denzlingen erhält den Sudetendeutschen Kulturpreis für Musik 2014. Der in Strakonitz in einer Musikerfamilie geborene und aufgewachsene Musiker studierte Klavier am Konservatorium in Prag und Musikwissenschaften an der Karlsuniversität. Von 1995 bis 2001 war er maßgeblich an musikwissenschaftlichen Gemeinschaftsprojekten der Universität Passau, des Deutschen Volksliedarchivs Freiburg und des Sudetendeutschen Musikinstituts Regensburg beteiligt. In seiner Konzerttätigkeit mit verschiedenen international bekannten Sängern verbindet Spurný seine interpretatorischen Fähigkeiten mit seinen musikwissenschaftlichen Interessen. Die meisten Lieder, die er mit ausgewählten Sängern aufführt, sind von ihm gefundene, wiederentdeckte und neu revidierte Quellen, welche er zu einer neuen Edition und Präsentation führt. Überwiegend handelt es sich um Komponisten der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts des deutsch-böhmischen Raumes (z.B. J. W. Kalliwoda, W. J. Tomaschek, I. Moscheles usw.). Damit hängen auch seine musikwissenschaftlichen Beiträge im Rahmen verschiedener deutsch-tschechischer musikologischer und wissenschaftlicher Symposien zusammen.
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Der Sudetendeutsche Kulturpreis für Darstellende und Ausübende Kunst 2014 geht an Viktoria Kaunzner. Die 1982 in Deggendorf geborene Geigerin zeichnete sich schon in ihrer Jugend durch Vielseitigkeit aus – sie war schnellste im Multiplizieren wie bei Wald- und Stadtlauf. Bereits als Vierjährige erhielt sie Geigenunterricht – zuerst beim Vater, später besuchte sie Meisterkurse bei Zakhar Bron und Yehudi Menuhin. Schon während ihrer Gymnasialzeit spielte sie als Solistin mit dem Radio-Sinfonieorchester Pilsen, dem Passauer Städtetheaterorchester und debutierte am Münchener Prinzregententheater. Zu ihren Ehrungen und Auszeichnungen gehören diverse Preise bei Jugend musiziert ebenso wie beim Internationalen Königin-Sophie-Charlotte-Wettbewerb, verschiedene Stipendien unter anderem vom DAAD, der Yehudi-Menuhin-LiveMusicNow Berlin & Köln und als Artist der Juilliard School New York beim Starling Delay Symposium.
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Den Sudetendeutschen Kulturpreis für Wissenschaft 2014 erhält Prof. Dr. Hans Hiebel aus Graz. Der 1941 in Reichenberg Geborene studierte Germanistik und Anglistik in Erlangen und Brighton. Nach Promotion und Habilitation folgten Stationen in Erlangen, Gießen und Brighton, bevor ihn ein Ruf an die Universität in Graz ereilte, wo er bis zum Jahr 2011 lehrte. Von seinen frühen wissenschaftlichen Studien an wird sein ganzes wissenschaftliches Œuvre von der Auffassung durchzogen, dass ein Werk in erster Linie aus sich selbst heraus betrachtet werden muss und nicht zur Bestätigung theoretischer Ansätze dienen soll, wie beispielsweise solcher von Philosophie und Psychoanalyse. Seit seiner Emeritierung widmet er sich wieder praktisch, nicht nur lehrend, der Literatur und verfasst selbst Gedichte, Romane und zwei Bände seiner Biographie.
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Den Sudetendeutschen Kulturpreis für Bildende Kunst und Architektur 2014 erhält Hatto Zeidler aus Hohenklingen. Der gebürtige Saazer machte bereits während der Schulzeit in der väterlichen Werkstatt eine Ausbildung zum Bildhauer, studierte allerdings nach dem Abitur Lehramt sowie Erziehungswissenschaft und promovierte. Der Bildhauerei blieb er weiterhin treu und schuf viele Plastiken für den kirchlichen und weltlichen Bereich. Besonders hervorzuheben ist der Egerlandbrunnen in Marktredwitz mit 69 Bronzefiguren zum Thema „Egerländer Hochzeit“, den er zusammen mit Sohn Christoph schuf.
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Inge Schweigl aus Heidelberg wird mit dem Sudetendeutschen Volkstumspreis 2014 geehrt. Nach der Vertreibung und einem Jahr in Freyung kam sie nach Heidelberg, wo sie bis heute lebt und wirkt. Die gelernte Herrenschneiderin, Logopädin und Märchenerzählerin, die viele Jahre auch als Krankenschwester arbeitete, ist in ihrem Ehrenamt ebenso vielseitig wie im Beruf. Sie sang über 200 Lieder für die Volksmusikarchive des Bayerischen Landesvereins für Heimatpflege, des Bayerischen und des Süddeutschen Rundfunks auf Tonträger; sie gilt als eine der besten Mundartsprecherinnen ihrer Heimat; sie war Bundesfrauenreferentin im Deutschen Böhmerwaldbund und gehörte dem Bundesfrauenarbeitskreis der Sudetendeutschen Landsmannschaft an; sie entwickelte das Konzept der „Heimatlichen Werkstätten“ bei den Sudetendeutschen Tagen und war selbst aktiv und sie wirkte maßgeblich bei der Trachtenerneuerung mit.
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Sudetendeutsche Kulturpreise 2013

Der Große Sudetendeutsche Kulturpreis 2013 geht an Peter Kurzeck. Aufgewachsen im hessischen Staufenberg, wo die Zwangsaussiedlung des Dreijährigen 1946 endete, teilte Kurzeck das Schicksal aller Vertriebenen, die den neuen Wohnort über viele Jahre hinweg nicht als Heimat empfanden. Sein westböhmischer Geburtsort Tachau war zu einem Traum-bild der Vergangenheit geworden, und dieses Traumbild war mitunter stärker als jede Wahr-nehmung der Gegenwart. Seit seinem ersten Roman, der 1979 erschien, erweist sich Kurzeck als Erinnerungs- und Vergegenwärtigungskünstler von außergewöhnlicher Art.
Auf zwölf Bände ist sein Romanzyklus „Das alte Jahrhundert“ angelegt, ein gewaltiges Unter-fangen, dessen vorläufig letzter Band, der Roman „Vorabend“ (2011), allein über 1000 Sei-ten umfasst. Kurzeck zählt zu den großen Erzählern der Gegenwart. Er hat seiner hessi-schen Kinder- und Jugendheimat ein einmaliges literarisches Denkmal gesetzt und in dieses Denkmal Bausteine seiner sudetendeutschen Herkunftsgeschichte eingefügt, wie es stimmi-ger und sensibler nicht hätte geschehen können.
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Der Sudetendeutsche Kulturpreis für Literatur 2013 wird Bernhard Setzwein zuerkannt. Mit tschechischen und österreichischen Autoren wanderte er zum Dreiländereck hinauf und besuchte den Adalbert-Stifter-Obelisk über dem Plöckensteinsee; mit Jáchym Topol trank er das letzte Walpurgisnachtbier; mit Jens Wonneberger philosophierte er auf der Dresdner Augustusbrücke über den Anteil des Moldauwassers in der Elbe; mit Franti¹ek Fabian und Josef Hrubý gab er das Lesebuch „Zwischen Radbuza und Regen“ heraus; mit Jörg Bernig baute er im Sudetendeutschen Haus in München ein funkelndes Wort- und Satzgebilde, das wie eine durchsichtige Nachbildung der Prager Karlsbrücke über den Zuhörern schwebte.
Immer wieder hat sich Setzwein mit böhmischen Themen befasst. Er zeichnet seine Figuren so randständig und skurril, dass man über sie schmunzeln und lachen muss, aber auch so hintergründig und vielschichtig, dass die Neugierde von Seite zu Seite wächst. Wie kein anderer Autor der letzten Jahre hat er tschechisch-sudetendeutsche Befindlichkeiten ausgelotet und dabei einen Grundton gefunden, der gleichermaßen humorvoll und nachdenklich, entlarvend und verständnisvoll ist. In seiner Trilogie hat er das scheinbar Provinzielle der Grenzregion zum Zentrum seiner Aufmerksamkeit gemacht und dabei ein Stück europäischer Literatur geschrieben.


 

Prof. Dr. Klaus Fessmann erhält den Sudetendeutschen Kulturpreis für Musik 2013. Der in Nürtingen geborene Komponist mit familiären Wurzeln im sudetenschlesischen Troppau, Pianist und Klangkünstler lehrte nach dem Studium an der Musikhochschule Stuttgart und am Mozarteum Salzburg. Zu dieser Zeit war seine Erforschung der künstlerischen Arbeit mit verschiedenen Steinarten schon sehr ausgereift, und er gründete zusammen mit dem Stuttgarter Schlagzeuger Manfred Kniel und dem Cellis-ten und Medienkünstler Friedemann Dähn das Ensemble KLANGSTEIN, mit dem er seither in der ganzen Welt konzertiert. Die Besetzung mit acht Klangsteinen, Violoncello bzw. E-Cello sowie einem speziell entwickelten Schlagwerk aus Wasser und Stein ist weltweit ein-malig und auf verschiedenen Tonträgern zu hören.
Aus der Arbeit mit den KlangSteinen entwickelte Klaus Fessmann zusammen mit Kniel das pädagogische Konzept Kieselschule, eine einzigartige Musik- und Kompositionsschule, die mit Kieselsteinen arbeitet und ein innovatives Programm zur nonverbalen, musikalischen Gewaltprävention an Grundschulen und Kindergärten darstellt. Eine wichtige Aufgabe erfüllt hierbei das Heidelberger Präventionszentrum. 2004/2005 entwickelte Fessmann zusammen mit dem Kulturmanager Prof. Michael Kaufmann das Projekt „ReSonanz&AkzepTanz“, ein ebenfalls einzigartiges, erfolgreiches und wissenschaftlich begleitetes pädagogisches Kon-zept für Schulen mit einem hohen Migrationshintergrund, das die Sprachkompetenz erheblich steigert und sich 2009 auf die ganze Bundesrepublik Deutschland ausdehnte.
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Der Sudetendeutsche Kulturpreis für darstellende und ausübende Kunst 2013 geht an Florian Panzner. Seine familiären Wurzeln liegen väterlicherseits in Obergeorgenthal im böhmischen Erzgebirge. Schon während seiner Schulzeit am Bielefelder Ratsgymnasium und an der Martin-Niemöller-Gesamtschule erwarb Panzner erste Bühnenerfahrungen. So spielte er als Elfjähriger im Bielefelder Theater in der Uraufführung von Hans Henny Jahnns Tragödie „Hans Heinrich“ mit. Nach Abitur und Zivildienst studierte er an der „Hochschule für Film und Fernsehen Konrad Wolf“ in Potsdam-Babelsberg. Im Jahre 2000 spielte er im „Theater un-term Dach“ in Berlin unter der Regie von Peter Zimmermann die Rolle des Truffaldino in der Komödie „Der Diener zweier Herren“ von Carlo Goldoni. Sein erster Film war „Wege in die Nacht“ (1999); 2008 stand er als Leutnant Hagen gemeinsam mit Tom Cruise in der „Opera-tion Walküre – Das Stauffenberg-Attentat“ vor der Kamera. Krimi-Liebhaber kennen Panzner als Episoden-Hauptdarsteller in Reihen wie „Tatort“, „Ein Fall für zwei“ oder „Wilsberg“. Seit April 2012 wirkt er als Kommissar Daniel Prinz in der ZDF-Freitagsserie „Die letzte Spur“.
(Photo zum Download) Fotograf: Nik Konietzny

 

Den Sudetendeutschen Kulturpreis für Wissenschaft 2013 erhält Prof. Dr. Dr. h. c. mult. Wilfried Heller. Schwerpunkte seiner Forschungen waren der Raumstrukturwandel und die Migrationsforschung in Deutschland und Südosteuropa, vor allem auch im Span-nungsfeld von Regionalismus, Zentralismus, europäischer Integration und Globalisierung. Seit etwa dem Jahr 2000 widmete er sich auch Fragen der Ethnizität und dies ganz beson-ders in Grenzräumen der sich erweiternden Europäischen Union.
Im Rahmen der Grenzthematik führte Heller mit Unterstützung der DFG vergleichende Stu-dien in den heutigen Kreisen Falkenau/Sokolov und Tachau/Tachov durch. Dazu gehört vor allem eine von ihm betreute Doktorarbeit, die der Frage nachgeht, welche Einstellungen und Beziehungen diejenige Bevölkerung, die nach der Vertreibung der Deutschen dort angesie-delt wurde, zu diesen Gebieten entwickelte. Dabei wird auch auf das Leben der verbliebenen Deutschen eingegangen. Besonders hervorzuheben sind seine Forschungen über die „Bo-hemians“ in Puhoi und dessen Tochtersiedlungen Ohaupo und Te Rore in Neuseeland. Da-bei handelt es sich um die Nachkommen der von 1860 bis 1876 aus der Umgebung von Staab/Kreis Mies ausgewanderten Deutschböhmen.
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Der Sudetendeutsche Kulturpreis für Bildende Kunst und Architektur 2013 geht an Christian Thanhäuser. Seine familiären Wurzeln liegen väterlicherseits im sudetenschlesischen Hotzenplotz im Kreis Jägerndorf. Für sein Werk, das etwa achtzig mit Holzschnitten illustrierte Bücher und Mappenwerke und mehr als zweitausend Holzschnitte, Federzeichnungen und Radie-rungen umfasst, wurde er mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Der am 19. Juli 1956 in Linz geborene Künstler ragt unter den Buchillustratoren durch seine außergewöhnliche Gabe heraus, der Dichtung eine kongeniale graphische Form zu verleihen und sie in Kunstdrucken zu materialisieren. Die Meilensteine auf seinem Weg als Verleger sind im Jahre 1989 die Gründung der Edition Thanhäuser und 1995 die Gründung der Buchreihe „RanitzDruck“, die von Ludwig Hartinger herausgegeben wird.
Die im Schiffmeisterhaus in Ottensheim verbrachte Kindheit hat Christian Thanhäuser zum geduldigen, genauen Sehen und aufmerksamen Hören herangeführt. Die Sprachklänge, die bei ihm die Gestalt von Bildern annehmen, die fließende Heiterkeit der Details und die friedli-che Aufgeschlossenheit gegenüber anderen Kulturen zeichnen seine Kunst aus.
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Harald und Traudi Höfer erhalten den Sudetendeutschen Volkstumspreis 2013. Ihre familiären Wurzeln liegen im böhmisch-mährischen Iglau. Harald und Traudi Höfer sind excelente Botschafter der sudetendeutschen Volkskultur. Die beiden können sehr genau Auskunft geben, ob das blaue Band am Rocksaum der Festtracht verheirateter Frauen oder als Schürzenband unverheirateter Mädchen getragen wird, wie die „Stingerl“ (Rosenstengel) am Mieder gestickt werden, wie der große „Sax“, das rote Kopf-tuch, gebunden wird und wann die Männer das „Vetternkappel“ aufsetzen. Sie sind sozusa-gen Iglauer Trachtenexperten.
Seit Kindheit an sind Harald und Traudi Höfer Mitglied im „Iglauer Singkreis“, sie haben sich dort kennen und lieben gelernt. Beide sind nach der Vertreibung in Bayern geboren, beide stammen aus im Kreis der Iglauer bekannten Familien. In München haben beide geheiratet und den alten Iglauer Hochzeitstanz, den „Hatscho“, mit einer großen Schar von Freunden um den Weißenburger Platz getanzt. Harald Höfer übernahm vor Langem organisatorische Aufgaben für die Spielschar, organisierte die vielen Auslandsfahrten, die jährlichen Singwo-chen und auch die Teilnahme der Spielschar an Sudetendeutschen Tagen und an den Iglau-er Heimattreffen. Er führte bei großen Volkstumsabenden oft Regie und moderierte das Pro-gramm. Als Sammler von Iglauer Volksliedern hat Harald Höfer ein kleines Liederbüchel he-rausgegeben. Im Tonstudio des Bayerischen Rundfunks wurden auch schon Volkslieder, gesungen vom Ehepaar Höfer, aufgenommen und archiviert. Das Ehepaar Höfer gründete mit Sohn Felix und Tochter Julia die „Iglauer Stubenmusik München, die an vielen Veranstal-tungen im Sudetendeutschen Haus schon mitgewirkt hat.
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Sudetendeutscher Karlspreis 2012

Europäischer Karlspreis der Sudetendeutschen 2012 an Max Mannheimer

 

 

Dokumentarfilm Der Weisse Rabe  
DER WEISSE RABE ist ein Portrait von Max Mannheimer, einem Überlebenden der Konzentrationslager Auschwitz und Dachau. Max Mannheimer ist heute 90 Jahre alt, und einer der letzten, aktiven Zeitzeugen.

http://www.derweisserabe.de/

 

Sudetendeutsche Kulturpreise 2012

Der Große Sudetendeutsche Kulturpreis 2012 geht an Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Roland Zdenìk Bulirsch. 1932 in Reichenberg geboren, promovierte er über „Existenznachweis und Approximation von Eigenwerten und Eigenfunktionen mit Hilfe eines Differenzverfahrens bei singulären Sturm-Liouvilleschen Randwertaufgaben“ und habilitierte sich an der Technischen Hochschule München 1966 mit der Schrift „Über asymptotische Entwicklungen bei diskretisierten Eigenwertproblemen“. Von Roland Burlisch stammen entscheidende Beiträge zur Numerischen Mathematik; er steht international in der ersten Reihe der numerischen Mathematiker, die sich mit optimaler Steuerung befassen. Anwendungen finden seine Ergebnisse zum Beispiel bei der Berechnung der Flugbahnen von Raumsonden oder beim Fahrverhalten eines Automobils, das er im Auftrag der Firma Audi untersucht hat.
Ganz besonders zu loben ist Roland Bulirschs Fähigkeit, die Studenten zu fesseln und die Mitarbeiter zu hohen Leistungen anzuspornen. Er hält verständliche, aber trotzdem exakte Vorlesungen und faszinierende öffentliche Vorträge. Von seinen Büchern ist vor allem das zusammen mit Josef Stoer verfasste, ins Englische, Italienische, Polnische und Chinesische übersetzte Werk „Einführung in die numerische Mathematik II“ zu nennen. Neben fachwissenschaftlichen Arbeiten hat Roland Bulirsch auch biographische Skizzen zu bedeutenden Mathematikern aus seinem Umfeld verfasst.
Für seine wissenschaftliche Arbeit wurde Roland Bulirsch vielfach ausgezeichnet, unter anderem wurde ihm von der Technischen Universität in seiner Geburtsstadt Reichenberg die Ehrendoktorwürde verliehen. Aus sudetendeutscher Sicht sind die Verleihung der Verdienstmedaille der Union Tschechischer Mathematiker und Physiker und der Gedenkmedaille der Karls-Universität Prag (1997) sowie der Liebieg-Medaille für Kunst und Wissenschaft des ehemaligen böhmischen Kreises Reichenberg (1999) und der Ritter-von-Gerstner-Medaille (2003) zu erwähnen. Im Jahr 1998 wurde er mit dem Maximiliansorden für Wissenschaft und Kunst, dem „Bayerischen Nobelpreis“ ausgezeichnet.
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Den Sudetendeutschen Kulturpreis für Bildende Kunst und Architektur 2012 erhält die 1952 in Wiesbaden geborene Petra Flath. Schon früh kam die Tochter eines Neustadlers und einer Haindorferin mit der Fotografie in Berührung, denn ihre Tante Herta Maria Augsten hatte sich Mitte der 1950er Jahre in Waldkraiburg als erste Fotografin niedergelassen. Schließlich professionalisierte Petra Flath ihr früh erwachtes Interesse für Fotografie und machte sie zu ihrem Beruf.
Neben beeindruckenden Auftragsarbeiten in den Bereichen Architektur- und Industriefotografie entstanden immer wieder freie Arbeiten: vor allem melancholische Landschaften und intensive Portraits. Petra Flaths wesentliche Stärke ist einerseits die Konzentration auf die Architekturfotografie, mit einem wunderbaren Gespür für Proportionen, für das dreidimensionale Objekt im Raum, das Petra Flath durch Linienführung, Licht- und Schattenfall fotografisch zu bannen versteht. Und das ist andererseits der menschliche Faktor. Denn Petra Flath verfügt über die Fähigkeit, sich den Portraitierten nicht nur technisch-professionell, sondern vor allem auch menschlich zu nähern, um so die Eigenart und Besonderheit der Dargestellten herauszuarbeiten und zur Anschauung zu bringen. Ganz in diesem Geist ist auch das jüngste Projekt von Petra Flath situiert: Portraits aus Böhmen und Mähren von Persönlichkeiten, die sich vor allem seit 1989 für die deutsch-tschechischen Beziehungen in positiver Weise eingesetzt haben.
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Der Sudetendeutsche Kulturpreis für Musik 2012 geht an den 1961 in Regensburg geborenen Thomas Schubert, der ein Nachfahre des Großvaters von Franz Schubert ist. Wie bei seinem berühmten (aus Nordmähren stammenden) Verwandten stehen Vokalmusik und insbesondere das Kunstlied im Zentrum seines musikalischen Schaffens. Als Konzertorganisator initiierte er dem Kunstlied gewidmete Veranstaltungsreihen wie die „Schubertiade Regensburg“, den „Regensburger Musiksommer“ und die „Internationalen Regensburger Meisterkurse Gesang“. Als Liedpianist begleitete Thomas Schubert viele Sänger seiner Generation sowie bekannte Künstlerpersönlichkeiten.
Im Mittelpunkt des kompositorischen Schaffens von Thomas Schubert stehen Vokal- und Orchestermusik sowie Musik für die Bühne. Die Themen seiner Werke entstammen vorzugsweise der Literatur alter Kulturen. Mit seinem weiten musikalischen Horizont findet er stets aufs Neue originelle und sehr persönliche musikalische Lösungen, die den Zuhörern einen Zugang zur zeitgenössischen Musik ermöglichen.
Thomas Schubert erhielt den Kulturförderpreis der Stadt Regensburg und 2003/04 ein Aufenthaltsstipendium des Bayerischen Kunstministeriums als Komponist im Internationalen Künstlerhaus Villa Concordia in Bamberg. Er ist seit 2007 Mitglied der Sudetendeutschen Akademie der Wissenschaften und Künste.
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Angelika Overath erhält den Sudetendeutschen Kulturpreis für Literatur 2012. Dass ihr ein sechster, ein poetischer Sinn zu eigen ist, hat Overath bereits mit ihren Essays und Reportagen gezeigt, bevor sie als Romanautorin hervortrat. Ob sie sich der Dichterin Christine Lavant näherte, den Antiquar Heribert Tenschert besuchte, mit Hanne Lenz beim Apfelstrudel saß oder sich auf familiäre Spurensuche im böhmischen-mährischen Sudetenland an der Zwittau begab, immer zeigte sie jene Mischung aus Neugierde und Unaufdringlichkeit,  Sensibilität und Genauigkeit, die ihre Texte auszeichnen.  Bereits 1996 erhielt sie den Egon-Erwin-Kisch-Preis.
Wie bei anderen Autoren mit ähnlichem Familienhintergrund reicht auch Overaths Wahrnehmungs- und Themenspektrum weit über die sudetendeutsch-böhmische Herkunft hinaus. Geboren 1957 in Karlsruhe, war ihre Kindheit und Jugendzeit ausschließlich westlich orientiert. Lange Zeit war es für Angelika Overath nicht vorstellbar, dass das Zuhause ihrer Großmutter und Mutter auch etwas mit ihr zu tun haben könnte. „Für die bundesrepublikanische Linke waren die Sudetendeutschen wirklich kein Thema.“ Das sollte sich nach dem Tod ihrer Mutter ändern. Plötzlich ertappte sie sich dabei, wie sie „vor einem Atlas tschechische Namen buchstabierte. Das Zuhause sollte zu betreten sein.“ Dass sie sich diesem Zuhause mit so viel Umsicht und Empathie näherte, ist bewundernswert genug.
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Der am 6. September 1940 in Leitmeritz geborene Historiker Prof. Dr. Dr. h.c. Udo Arnold erhält den Sudetendeutschen Kulturpreis für Wissenschaft 2012. Die wissenschaftliche Arbeit Udo Arnolds kreist um die preußische Landesgeschichte und schwerpunktmäßig um den Deutschen Orden, wobei er sich unter anderem mit aus Böhmen stammenden Ordensmitgliedern befasst. Dies ist ein internationales Forschungsgebiet, das er in vielen Ländern, auch im Baltikum, Polen und Russland vertreten hat. Seit 1995 ist er Präsident der Internationalen Historischen Kommission zur Erforschung des Deutschen Ordens, seit 1988 Vorstandsmitglied des der Erforschung des Deutschen Ordens gewidmeten Studienzentrums Alden Biesen. Besonders hervorzuheben ist seine erfolgreiche Bewältigung des monumental anmutenden Unterfangens der Herausgabe von drei Bänden Regesten zu den Urkundenbeständen des Deutschordenszentralarchivs in den Jahren 2006 und 2007.
Aufgrund seiner zahlreichen Detailforschungen und wissenschaftsorganisatorischen Aufgaben hatte er für die Abfassung von Monographien keine Zeit; den gewaltigen Umfang seiner Forschungen erkennt man aber aus seiner Werkbibliographie, die 38 Seiten umfasst.
Für seine Verdienste wurden ihm zahlreiche Auszeichnungen zuteil, unter anderem das Große Verdienstkreuz des Deutschen Ordens (1975), das Offizierskreuz des Leopoldsordens Belgien (1994), das Kavalierskreuz des Verdienstordens der Republik Polen (2008), das Bundesverdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland (2010) sowie der Ehrendoktor der Universität Saratow in Russland.
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Der Sudetendeutsche Kulturpreis für darstellende und ausübende Kunst 2012 geht an Prof. Nicolas Koeckert. 1979 in München geboren, entstammt er der bekannten gleichnamigen Musikerfamilie aus Böhmen. Als Fünfjähriger tummelte er sich lieber auf dem Tenniscourt, während das Geigenspiel gleichsam nur „nebenbei“ hinzutrat. Doch mit zwölf Jahren sattelte Nicolas um und beschloss, nicht zuletzt auch unter dem Eindruck bewegender Konzerterlebnisse (er hörte z. B. den russischen Geiger Victor Tretjakov), Violinvirtuose zu werden. Nicolas Koeckert konzertiert bereits seit vielen Jahren auf allen wichtigen internationalen Podien, ein gewisser Schwerpunkt seiner Konzerttätigkeit liegt in den Ländern Südamerikas. Sein expressiver leidenschaftlicher Ausdruck in Verbindung mit seiner technischen Souveränität und warmer Tongebung begeistert weltweit Presse und Publikum. Sein Repertoire ist breit gefächert – es umfasst ebenso die großen, insbesondere romantischen Violinkonzerte wie die klassische Recital-Literatur und ausgesuchte Perlen der geigerischen Virtuosität. Im Laufe der Jahre hat er eine umfangreiche, mehrfach preisgekrönte Diskographie vorgelegt.
Von seinen Lehrern und seinem künstlerischen Werdegang her ist Nicolas Koeckerts Violinkunst gleichermaßen von der russisch-jüdischen Geigenschule her geprägt wie von der großen böhmischen Geigentradition durch den Vater und Großvater. Beiden Traditionssträngen fühlt sich der junge Künstler verbunden und bekennt sich zu ihnen. Diese Verbundenheit meint nichts Statisches: Nicolas Koeckerts Umgang mit der Tradition ist entschieden schöpferisch und dynamisch; er vereint die besten Elemente der einzelnen Schulen, Richtungen und künstlerischen Auffassungen in sich, die er seinen individuellen Ausdrucksvorstellungen anverwandelt und unterwirft. Er ist in bereits jungen Jahren eine souveräne und reife Künstlerpersönlichkeit, die Substantielles mitzuteilen hat, die den Hörer durch seine ingeniöse Darbietungskunst einzunehmen, ja zu fesseln vermag.
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Den Sudetendeutschen Volkstumspreis erhalten Andrea Hege und Dr. Gunther Barwig. Die Familien Hege und Barwig in ihren wunderschönen, farbenprächtigen Chotischauer Trachten gehören zum Bild des Sudetendeutschen Tages wie auch die Familienmusik Hess.
Andrea Hege, Jahrgang 1971, wurde die Musikalität schon als Kind in die Wiege gelegt, sie spielt Blockflöte und meisterhaft Geige. Als Leiterin des Heidelberger Sing- und Spielkreises leistet sie wertvolle, herausragende Kulturarbeit für das Sudetendeutsche Kulturgut und bewahrt es davor, in Vergessenheit zu geraten und in irgendwelchen Archiven zu verschwinden.
Dr. jur. Gunther Barwig, Jahrgang 1975, Baureferent der Erzdiözese Freiburg und Leiter des Referats Bau, Kunst und Denkmalpflege und des Referats Orgelwesen im Erzbischöflichen Ordinariat Freiburg, ist Chorleiter und musikalischer Leiter der Instrumentalgruppe des Sing- und Spielkreises. Sein musikalischer Schwerpunkt liegt in der Pflege von Volksliedern aus den Vertreibungsgebieten. Er hat eine nebenberufliche Ausbildung als Kirchenmusiker absolviert. Seit 2002 leitet er den Katholischen Kirchenchor der Gemeinde Eppelheim bei Heidelberg. Hier nimmt er die Möglichkeit wahr, auch bei Projektchören und Messen sudetendeutsche Kirchenmusik, Pastoralmessen und Orgelwerke in das Repertoire aufzunehmen.
Der Sing- und Spielkreis Heidelberg, gegründet 1949, hat sich als wesentliches Ziel gesetzt, die Erhaltung des deutschen Kulturgutes und mit besonderer Beachtung des kulturellen Erbes aus den Sudetenländern in Tanz, Chorgesang, Musik und Trachtenpflege zu widmen und einer breiten Öffentlichkeit darzubieten. Dies wird von Andrea Hege und Ihrem Bruder Dr. Gunter Barwig fortgesetzt. Ein fester Bestandteil in der Heidelberger Kulturszene sind die gut besuchten "Heidelberger Adventssingen" in der Vorweihnachtszeit, die "Heidelberger Serenade" im Sommer und das "Sommertanzfest" bei dem auch die Familienmusik Hess aus Hirschhorn mitwirkt.
Dieses Geschwisterpaar und seine Familie haben sich der sudetendeutschen Kulturpflege mit ganzem Herzen verschrieben und leisten wertvolle Arbeit für die sudetendeutsche Kulturpflege, erhalten das sudetendeutsche Kulturgut lebendig, bewahren es vor einem Verstauben und Vergessen in den Archiven und bringen es einer breiten Öffentlichkeit näher.
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Sudetendeutscher Karlspreis 2011

Europäischer Karlspreis der Sudetendeutschen 2011 an Rudolf Schuster, ehemaliger Staatspräsident der Slowakischen Republik   

 

 

Sudetendeutsche Kulturpreise 2011 

Den Großen Sudetendeutschen Kulturpreis erhält der 1930 in Labant geborene Prof. Dr. Ernst Schmutzer. Das Studium der Physik in Rostock schloss er 1953 mit einer Diplomarbeit „Zur Theorie der Diffusionskoeffizienten starker Elektrolyte“ ab. Verstärkt nach seiner exzellenten Promotion im Jahre 1955 faszinierte ihn die relativistische Physik, der er ab 1957, nach seinem Wechsel an die Friedrich-Schiller-Universität Jena, seine ganze Kraft widmete. In den fünfziger und sechziger Jahren entstanden Schmutzers wegweisende Ergebnisse zur Theorie der Spinoren und Bispinoren in Riemannschen Mannigfaltigkeiten, mit denen er auch einen Beitrag zur Formulierung einer allgemein-relativistischen Quantenfeldtheorie leistete. Die fünfdimensionale projektive Relativitätstheorie, die inzwischen in moderner Form als projektive einheitliche Feldtheorie mit zahlreichen Anwendungen in Kosmologie, Astrophysik und Geophysik in zusammenfassenden Darstellungen der Fachwelt vorliegt, war jedoch immer sein Steckenpferd. 1969 wählte ihn die Deutsche Akademie der Naturforscher „Leopoldina“ zum Mitglied, sie verlieh ihm 1977 die Carus-Medaille verbunden mit dem Carus-Preis der Stadt Schweinfurt. 1978 zeichnete ihn die Karlsuniversität Prag mit der Verdienstmedaille und der Ehrenmedaille ihrer Mathematisch-Physikalischen Fakultät aus. 1987 erhielt er den Nationalpreis der „DDR“. In neuerer Zeit nahmen ihn die Akademie der gemeinnützigen Wissenschaften zu Erfurt, die Sächsische Akademie der Wissenschaften zu Leipzig und schließlich 1995 die Sudetendeutsche Akademie der Wissenschaften und Künste in München in die Reihen ihrer Mitglieder auf.
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Den Sudetendeutschen Kulturpreis für Wissenschaft erhält der 1965 in Nordbaden geborene Prof. Dr. Dr. Dipl-Phys. Peter Ernst Huber. Von 1984 bis 1993 studierte er parallel Medizin und Physik an der Ruprecht-Karls-Universität in Heidelberg. Mit dem festen Ziel der medizinischen Krebsforschung und der klinischen Tumortherapie führte Huber sowohl seine medizinische Doktorarbeit als auch seine physikalische Doktorarbeit am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) in Heidelberg durch. Um auch internationale Erfahrungen zu sammeln, arbeitete und forschte er von 1998 bis 2000 als DFG-Habilitationsstipendiat im Radiologie-Department des Brigham and Women‘s Hospital an der Universität Harvard in Boston/USA. Nach seiner Rückkehr wurde Peter Huber 2001 zum Oberarzt an der Universitätsstrahlenklinik Heidelberg ernannt und 2002 für das Fach Strahlentherapie an der Medizinischen Fakultät der Universität Heidelberg habilitiert. 2005 erfolgten die Ernennung zum Apl. Professor in der Medizinischen Fakultät der Universität Heidelberg und die Berufung zum Direktor der Abteilung Klinische Kooperationseinheit Strahlentherapie am DKFZ in Heidelberg. Die klinische Strahlentherapie und die Forschungsgebiete von Peter Huber umfassen im Einzelnen folgende Felder: neue medizinphysikalische Techniken der Strahlentherapie mit Photonen, klinische Strahlentherapie mit Schweren Ionen (Teilchentherapie), präklinische radiobiologische Forschung, Entwicklung von biologischen Prädiktoren für die Wirkung der Strahlentherapie und kernspintomographie-gestützte Tumortherapie mit fokussierten Ultraschallwellen.
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Der Sudetendeutsche Kulturpreis für darstellende und ausübende Kunst wird der Schauspielerin Franziska Weisz zuerkannt. Geboren am 4. Mai 1980 in Wien, besuchte sie das Bundesrealgymnasium und studierte nach der Matura Internationale Betriebswirtschaft an der Universität Wien und Internationale Beziehungen und Medien an der De-Montfort-University in Leicester und am King’s College in London. Eher zufällig wurde Weisz von dem österreichischen Regisseur Ulrich Seidl entdeckt. Seit der Hauptrolle in dem Kinofilm „Hotel“ (2005) unmittelbar nach Vollendung des Studiums konzentriert sie sich ganz auf ihre Karriere als Film- und Fernsehschauspielerin. Die außerordentlich wandelbare Mimin begeisterte besonders in charakterstarken Rollen. Franziska Weisz wurde bereits mehrfach ausgezeichnet, z. B. als „Beste jugendliche Schauspielerin in einem Fernsehfilm“ (2004), als „Shooting Star des europäischen Films“ (2005), mit dem „Franz-Hofer-Preis“ des Filmhauses Saarbrücken (2008) sowie dem „Diagonale-Schauspielpreis für einen bemerkenswerten Auftritt einer österreichischen Schauspielerin in einem Film“ (2010). Mit dem im Jahr 2009 in deutsch-tschechisch-österreichischer Gemeinschaftsproduktion gedrehten Streifen „Habermann“ unter der Regie von Juraj Herz wurde sie besonders dem speziell an der tschechisch-sudetendeutschen Konfliktgemeinschaft interessierten Publikum bekannt.
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Der Sudetendeutsche Kulturpreis für Literatur wird Reinhard Jirgl zuerkannt. 1953 in Ostberlin geboren, studierte er Elektronik an der Humboldt-Universität und war einige Jahre als Ingenieur tätig, bevor er zur Ostberliner Volksbühne wechselte, wo er als Beleuchter arbeitete und Zeit für seine Schreibprojekte fand. Bekannt wurde Jirgl 1993, als er für seinen Roman „Abschied von den Feinden“ den Alfred-Döblin-Preis erhielt. Jirgl geht es nicht um die Zuweisung von Täter- und Opferbildern, sondern um eine Darstellung des Geschehens, die frei von Moralisierung und Ideologisierung ist. Nicht Gesinnung ist sein Anliegen, sondern Genauigkeit. Ihm gelingen Bilder, die mit elementarer Wucht den Zustand einer zerbombten Stadt, das dröhnende Wuchern eines verwahrlosten Gartens oder die Gehässigkeit aus dem Joch der Obrigkeit entlassener Landarbeiter schildern. Was Jirgl geschaffen hat, ist nicht nur ein beeindruckendes Sprachepos, sondern auch ein herausragender Beitrag, die Thematik von Krieg, Flucht und Vertreibung auf ein Niveau literarischer Darstellung und Reflexion zu heben, das die autobiographische Erinnerungsliteratur, die oft mehr Schicksalsbewältigung als Literatur ist, ebenso überwindet wie die Vorwurfsliteratur, die das deutsch-tschechische Verhältnis allein im Spiegel nationaler Sichtweisen und Bekenntnisse reflektiert.
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Mit dem Sudetendeutschen Kulturpreis für Bildende Kunst und Architektur wird Dipl.-Ing. Karl Helmut Bayer ausgezeichnet. 1931 in Fischern bei Karlsbad geboren, erlitt Bayer das Kriegsende mit all seinen Schrecken und dem Verlust an Heimat, gesicherter Existenz und sogar an körperlicher Unversehrtheit. Nach dem Abitur 1950 entschloss er sich, an der Technischen Hochschule München Architektur zu studieren und machte sich anschließend selbständig. Karl Helmut Bayer errang mit seinem Team 1968 beim Wettbewerb für die XX. Olympischen Spiele 1972 in München einen Ankauf in einem großen Teilnehmerfeld international renommierter Architekturbüros. Neben seiner planerischen Tätigkeit hielt er Vorträge über Form und Funktion, Ringvorlesungen an der TH München und Vorträge auf Tagungen von Architektenverbänden und von Fachverlagen und hielt Seminare für Industriebau. Durch Veröffentlichungen von Arbeiten über Planungssystematik und Architekturtheorie bewies er große Kompetenz auch auf diesem Gebiet.
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Mit dem Sudetendeutschen Volkstumspreis 2011 werden Gerhard und Andrea Ehrlich von der „Egerländer Bauernmusik Bojaz“ ausgezeichnet. Das Interesse an der Volksmusik erwachte bei Andrea Ehrlich nach dem Kennenlernen ihres späteren Ehemanns Gerhard Ehrlich. Sie nahm Harfenunterricht und wirkte bei der Stuttgarter Volkstanzmusik mit. Dank der Verbindung zu Gerhard Ehrlich begann sie auch, sich intensiv der Egerländer Volksmusik zuzuwenden. 1991 gründeten Gerhard und Andrea Ehrlich das Duo „Bojaz – Egerländer Bauernmusik“. Gemeinsam ist es den Gründern möglich, die regionalmusikalisch typischen Instrumentalbesetzungen (vor allem um den Egerländer Dudelsack) klanglich darzustellen. Sie haben sich als Musiker der Aufgabe verschrieben, sudetendeutsche Volksmusik im Gebrauch lebendig zu halten sowie das Wissen um alte Instrumente wie den Egerländer Dudelsack oder die böhmische Hakenharfe zu bewahren und durch praktische Anwendung ständig zu vervollkommnen. Durch ihre gezielte Musikproduktion bewahren sie die vom Vergessenwerden bedrohten Musiktraditionen und werten die Beiträge klanglich und technisch so auf, dass sich Zuhörer von heute diesen Aufnahmen mit steigendem Interesse zuwenden.
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Sudetendeutscher Karlspreis 2010

 

 

 

Europäischer Karlspreis der Sudetendeutschen 2010 an BdV-Präsidentin Erika Steinbach

Verleihung beim Sudetendeutschen Tag zu Pfingsten in Augsburg

Bernd Posselt, Europaabgeordneter und Sprecher der Sudetendeutschen Volksgruppe, wird beim 61. Sudetendeutschen Tag in Augsburg den Europäischen Karlspreis 2010 der Sudetendeutschen Landsmannschaft an BdV-Präsidentin Erika Steinbach, MdB verleihen.

Erika Steinbach habe durch ihr gleichermaßen umsichtiges wie nachhaltiges Wirken erreicht, dass das Urecht der Vertreibung der Deutschen nach dem Zweiten Weltkrieg nicht der Vergessenheit anheim gefallen sei, sondern sowohl durch die Stiftung „Zentrum gegen Vertreibungen“ als auch durch die Einrichtung einer Stiftung „Flucht, Vertreibung, Versöhnung“ der Bundesregierung aufgearbeitet und öffentlich gemacht werde, so Sprecher Bernd Posselt und Bundesvorsitzender Franz Pany in ihrer Begründung.
Die Präsidentin des Bundes der Vertriebenen und Menschenrechtssprecherin der CDU/CSU- Bundestagsfraktion stehe für Augenmaß, Wahrhaftigkeit und Verständigung.

Die feierliche Preisverleihung wird im Rahmen der Eröffnungsveranstaltung des Sudetendeutschen Tages am Pfingstsamstag, 22. Mai, 10.30 Uhr in Augsburg, Messezentrum (Schwabenhalle) in Anwesenheit von Vertretern aus Politik und Gesellschaft sowie über 1000 sudetendeutschen Landsleuten stattfinden.

Hintergrund: Der Europäische Karlspreis wurde von der Sudetendeutschen Landsmannschaft in Erinnerung an Karl IV., Römischer Kaiser, Deutscher König und König von Böhmen, dem Ordner Mitteleuropas, gestiftet. Zweck der Verleihung ist der Mahnruf nach einer gerechten Völker- und Staatenordnung in Mitteleuropa. Der Europäische Karlspreis wird an Persönlichkeiten und Einrichtungen der Politik, des Geisteslebens oder der Wirtschaft verliehen, die sich besondere Verdienste um die Verständigung und Zusammenarbeit der Völker und Länder Mitteleuropas erworben haben.

Die Pressemeldung finden Sie hier: http://www.sudeten.de/sudpresse/up/Karlspreis.pdf

 

Sudetendeutsche Kulturpreise 2010

KULTURPREISTRÄGER 2010 der Sudetendeutschen Landsmannschaft und des Freistaats Bayern


GROSSER SUDETENDEUTSCHER KULTURPREIS
PROF. DR. RUDOLF GRULICH (Photo zum Download) (Kurzvita zum Download)  (Laudatio zur Preisverleihung)
geboren am  16. April 1944 in Runarz/Mährisch Trübau
wohnhaft in Nürnberg

WISSENSCHAFT
PROF. DR. ING. HABIL. GÜNTER KÖHLER (Photo zum Download) (Kurzvita zum Download)  (Laudatio zur Preisverleihung)
geboren am 4. Oktober 1941 in Kaaden
wohnhaft in Jena

LITERATUR
PROF. DR. HELLMUTH KARASEK (Photo zum Download) (Kurzvita zum Download) (Laudatio zur Preisverleihung)
geboren am 4. Januar 1934 in Brünn
wohnhaft in Hamburg

BILDENDE KUNST UND ARCHITEKTUR
INGRID HARTLIEB (Photo zum Download) (Kurzvita zum Download) 
geboren 1944 in Reichenberg
wohnhaft in Stuttgart

PUBLIZISTIK
DR. MARTIN POSSELT (Photo zum Download) (Kurzvita zum Download) (Laudatio zur Preisverleihung) 
geboren am 4. Januar 1959 in Karlsruhe
wohnhaft in Poing

MUSIK
DR. GERNOT MARIA GROHS (Photo zum Download) (Kurzvita zum Download)  (Laudatio zur Preisverleihung)
geboren am 1. März 1960 in Leipzig
wohnhaft in Leipzig

VOLKSTUMSPFLEGE
HERBERT PREISENHAMMER (Photo zum Download) (Kurzvita zum Download) (Laudatio zur Preisverleihung)
geboren am 7. Juli 1936 in Witkowitz
wohnhaft in Stuttgart

 

Weitere Informationen und Downloads zum Sudetendeutschen Karlspreis:

Sudetendeutscher Karlspreis 2009:
Europäischer Karlspreis der Sudetendeutschen 2009 an Ministerpräsident a.D. Dr. Günther Beckstein, MdL 

Karlspreisträger seit 1958 (PDF-Dokument)

Statut des Europäischen Karlspreises der Sudetendeutschen Landsmannschaft (PDF-Dokument)

 Sudetendeutsche Kulturpreise 2009

 

Laudationes zur Verleihung der Sudetendeutschen Kulturpreise 2009

 

Sudetendeutsche Kulturpreise 2008

 

Sudetendeutsche Kulturpreise 2007

 

Sudetendeutsche Kulturpreise 2006