64. Sudetendeutscher Tag 2013 Augsburg

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Einladung



Grußwort zum Sudetendeutschen Tag 2013
Sprecher Bernd Posselt, MdEP


Liebe Landsleute,

dieser Sudetendeutsche Tag in Augsburg steht ganz im Zeichen dessen, daß die politischen Nachbarschaftsbeziehungen zwischen Sudetendeutschen und Tschechen Fahrt aufgenommen haben. Fast die Hälfte der tschechischen Gesellschaft hat bei den letzten Präsidentenwahlen bekundet, daß sie trotz heftigen Gegenwindes bereit ist, einen Kurs mitzutragen, der den Unrechtscharakter der kollektiven Vertreibung und Entrechtung unserer Volksgruppe nicht mehr leugnet, sondern deutlich anspricht. Wegbereiter dessen waren nicht zuletzt die vielen Menschen aus unserer Volksgruppe, die sich von rückwärtsgewandten Geistern nicht beirren ließen, sondern konsequent für einen Dialog auf der Basis von Wahrheit und Recht gearbeitet haben. Dazu gehört, die dunklen Punkte der eigenen Geschichte nicht auszuklammern und sowohl offenen Sinnes als auch wachen Verstandes auf den anderen zuzugehen. Aber gerade auch im tschechischen Volk gibt es trotz der Jahrzehnte der kommunistischen Hetze, die manche Seele deformiert hat, sehr viele tapfere Vorkämpfer der Verständigung und der Versöhnung. Einen davon, den Filmemacher David Vondráèek, zeichnen wir an Pfingsten mit unserem Menschenrechtspreis aus.

Unseren Europäischen Karlspreis erhält Horst Seehofer. Wir danken ihm für eine ehrlich und tatkräftig ausgeführte Schirmherrschaft, die mit den beiden Eisbrecher-Reisen nach Prag begann und ihren vorläufigen Höhepunkt in der historischen Rede des tschechischen Premierministers Petr Neèas vor dem Bayerischen Landtag und den führenden Repräsentanten unserer Volksgruppe fand. Diesen Weg wollen wir gemeinsam mit dem Schirmland zügig und im Interesse unserer Volksgruppe wie auch der Vision einer blühenden Mitte Europas weitergehen.

Eine zentrale Rolle spielt gerade auch bei diesem Sudetendeutschen Tag der Heimatgedanke. Wir brauchen ein starkes Europa, um uns in der vielfach sehr gefährlichen globalisierten Welt des 21. Jahrhunderts durchzusetzen. Dieses kann aber nur dann gelingen, wenn im Gegenzug Glaube, Kultur, Tradition, Region und menschliche Verwurzelung, die gleichzeitig eine Generationenbrücke zur Zukunft ist, Geborgenheit und Sicherheit geben. Niemand weiß dies so sehr wie eine Volksgruppe, die durch eine völkerrechtswidrige Vertreibung total entwurzelt wurde, sich aber dann wieder zu einer beeindruckenden Gemeinschaft, die auch künftigen Generationen Halt bietet, zusammengeschlossen hat. Deshalb arbeiten wir mit viel Liebe daran, unsere Eigenart und unser kulturelles Erbe ebenso zu bewahren und weiterzuentwickeln, wie die Verbindung zur böhmisch-mährisch-schlesischen Ursprungsheimat.

All dies wird auf dem Sudetendeutschen Tag debattiert und in bunter Vielfalt gelebt. In diesem Sinne freue ich mich auf die Begegnung mit den alten und den jungen Generationen unserer sudetendeutschen Gemeinschaft.

In herzlicher Verbundenheit

Bernd Posselt MdEP
Sprecher der Sudetendeutschen Volksgruppe

 

 

 

Grußwort zum Sudetendeutschen Tag 2013
Bundesvorsitzender Franz Pany

 

Liebe Landsleute,
sehr geehrte Damen und Herren,

dieser Sudetendeutsche Tag in der historischen Fuggerstadt und Friedensstadt Augsburg verspricht ein Erlebnis für alle Generationen zu werden. Und ich lade alle – unsere Landsleute der Erlebnisgeneration, ihre Kinder, Enkelkinder sowie Freunde und Interessierte – zu einem Pfingstwochenende in Augsburg herzlich ein, welches uns Kraft geben wird für die Herausforderungen der nächsten Monate.

Unser Programm ist so vielfältig, dass wir für Jung und Alt Interessantes anbieten. Das Bedürfnis des Austausches von Erinnerungen und das Wiederauflebenlassen von Freundschaften stehen für die im Vordergrund, die Vertreibung erleben mussten. Das Informationsbedürfnis der Jüngeren, das Suchen nach den eigenen Wurzeln, das Wissen-wollen um Heimat und Schicksal ihrer Vorfahren, um Geschichte, Kultur und Brauchtum werden wir ebenso erfüllen. Junge interessierte Menschen im Herzland Europas finden in Zeitzeugen ihre Ansprechpartner. Das schätzen mittlerweile auch die immer zahlreicher werdenden Besucher aus der Tschechischen Republik, die gemeinsam mit unseren Landsleuten zu mutigen Grenzgängern und Brückenbauern geworden sind.

Der Staatsbesuch des tschechischen Premierministers Petr Neèas im Februar in Bayern hat ein neues Kapitel in den deutsch-tschechischen Beziehungen aufgeschlagen. In seiner Rede vor dem Bayerischen Landtag hat Neèas uns Sudetendeutsche als „ehemalige Landsleute und Mitbürger“ begrüßt, unseren jahrhundertelangen Beitrag zur gemeinsamen Geschichte und Kultur der Böhmischen Länder gewürdigt, sich von dem Kollektivschuldprinzip losgelöst. Die Sudetendeutschen Fragen wurden nicht den Historikern zur Aufarbeitung zugeschoben – das gemeinsame Gespräch bekommt nunmehr Konturen. Dies alles ist ein Zeichen dafür, dass unsere Politik der letzten Jahre Früchte trägt – es kommt Bewegung in unsere Themen!

Ich freue mich auf den kommenden Sudetendeutschen Tag, auf die Begegnung mit unseren Landsleuten aller Generationen. Ein Appell an die Jüngeren unter uns: Machen Sie sich, Ihren Eltern oder Großeltern das Geschenk und besuchen Sie den Sudetendeutschen Tag. Sie festigen damit den Zusammenhalt der Generationen. Dafür Ihnen ein herzliches Vergelt’s Gott.

Ihr
Franz Pany
Bundesvorsitzender der Sudetendeutschen Landsmannschaft

 

 

 

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