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Kulturpreise

Die Sudetendeutschen Kulturpreise werden im Rahmen eines Festaktes am "Pfingstfreitag" um 19:00 Uhr im Kolpinghaus in Regensburg verliehen.

 

 

Konecny

Der Große Sudetendeutsche Kulturpreis 2019 wird Professor Dr. Ing., Dr. h.c. mult. Gottfried Konecny zuerkannt für sein Lebenswerk, die Entwicklung der Photogrammetrie zur Vermessung von meist Landoberflächen mit Hilfe von Luftbildkameras und digitaler Datenverarbeitung, die die Luftbildvermessung zu ausreichender räumlicher Auflösung und Schnelligkeit geführt haben. Diese Entwicklung vollzog sich in vielen Schritten, an denen Prof. Gottfried Konecny an vorderster Front entscheidend mitgewirkt hat.
Mit 51 Jahren erhielt der renommierte Wissenschaftler einen Ruf an die Universität Hannover, wo er bis zu seiner Emeritierung 1998 Direktor des Instituts für Photogrammetrie und Ingenieursvermessung war. Seine Beratertätigkeit erstreckte sich von Albanien bis Zimbabwe. Sie konzentrierte sich z. B. auf die Entwicklung von Infrastrukturen auf dem afrikanischen Kontinent, wie Bau von Stauseen, Großflughäfen oder Großsolaranlagen.
Prof. Gottfried Konecny ist Mitglied vieler angesehener Akademien, darunter auch der Sudetendeutschen Akademie für Wissenschaften und Künste (1984), er wurde national und international mit hohen und höchsten Auszeichnungen geehrt.

 

Ded

Der Sudetendeutsche Volkstumspreis 2019 wird Stanislav Děd verliehen. Děd, von Haus aus Wirtschaftswissenschaftler aus dem mittelböhmischen Sedlčany, war von 2001 bis 2017 Direktor des Regionalmuseum in Komotau. Er hat für die Pflege des deutschen Kulturerbes in der Tschechischen Republik so viel getan wie kein anderer Museumsdirektor sonst. Aus der Beschäftigung mit der böhmischen Geschichte gewann er die Erkenntnis, dass es sich um einen unteilbaren mehrsprachigen Kulturraum handelt. In den 17 Jahren seines Wirkens zeigte Stanislav Děd 137 Ausstellungen zum Thema des deutschen Kulturerbes, veranstaltete Denkmalpflegetagungen und publizierte über vergessene und verschwiegene Komotauer Persönlichkeiten. Er wurde immer mehr zu einem Wahrer der deutschen Kulturgeschichte in der Tschechischen Republik.

 

Hader

Dr. Wolfram Hader erhält den Kulturpreis für Publizistik 2019. Geboren 1968 in Stuttgart, studierte Wolfram Hader nach dem Abitur Musikwissenschaft und Geschichte in Tübingen, wo er 2001 mit einer Studie über „Requiem-Vertonungen in der Dresdner Hofkirchenmusik“ promoviert wurde. Früh ließ sich Hader auf die Editionsphilologie ein und folgte überdies seinen bibliothekarischen Neigungen – als Musikbibliothekar bei der Wissenschaftlichen Buchhandlung und Zeitschriftenagentur Harrassowitz. 2004 rief er den Laurentius-Musikverlag ins Leben. Bis dato hat dieser ungefähr dreihundert Editionen vorgelegt, darunter eine große Anzahl von Werken mit Böhmen-Bezug. Als fruchtbar erwies sich die Kooperation mit dem Sudetendeutschen Musikinstitut und dem Musikarchiv der Künstler Gilde e. V. Eine Spezialität des Laurentius-Verlags sind Ausgaben synagogaler Musik von Kantoren aus Böhmen und Mähren, Chorwerke und Orgelmusik.
Als praktischer Musiker engagiert sich Hader vor allem im Chorbereich: So betätigte er sich schon in den 1980er Jahren leitend bei den Freizeiten der Südmährischen Sing- und Spielschar Stuttgart. 2001 oblag ihm die Durchführung eines großen deutsch-tschechischen Chorprojekts mit Konzerten jüdischer Musik. Seit 1998 leitet er Moravia cantat, das Südmährische Ensemble für Chor, Instrumentalmusik und historischen Tanz; seit 2015 nimmt er darüber hinaus Leitungsfunktionen im Interreligiösen Chor Frankfurt wahr.

 

Hadlich

Den Sudetendeutschen Kulturpreis für Bildende Kunst und Architektur 2019 erhält Brigitt Hadlich. Sie passt in keine Schubladen hinein, denn ihre Kunst ist keiner der klassischen Kategorien zuzuordnen. Ihr für viele noch etwas ungewohnter künstlerischer Zugang zu den Dingen der Welt heißt Konzeptkunst. Brigitt Hadlich nähert sich den Gegenständen des Alltags an und verändert sie zu Kunstwerken. Die Veränderung kann hierbei dauerhaft sein oder temporär. Die Fülle ihrer Projekte wie Goldener Bogen, Fleischbilder, 50. Breitengrad, Illuminationen oder Seesternprojekt  lässt auch in Zukunft noch auf weitere Projekte ihrer Konzeptkunst hoffen.

 

Legner

Die Sudetendeutsche Landsmannschaft zeichnet Professor Dr. Anton Legner mit dem Sudetendeutschen Kulturpreis für Wissenschaft 2019 aus. Sein Lebenswerk zeichnet ihn als einen der hervorragenden Kunsthistoriker seiner Zeit aus. Neben dem „Hohen bis Späten Mittelalter“ erforschte er auch die Thematik „Reliquienkunst und Reliquienkultur“, zunächst als angesehener Museumsdirektor sowie künstlerisch und organisatorisch renommierter Ausstellungsveranstalter, später als erfolgreicher Buchautor.
Legners äußerst beeindruckende Ausstellungen mit ihren vielbändigen, heute zu gültigen Referenzwerken gewordenen Katalogen, die oft unter internationaler Beteiligung von Kapazitäten aus Ost und West entstanden, wurden immer zu überwältigenden Erfolgen. Gleichzeitig zogen sie prominente Besucher an. Ab 1990 begann für Anton Legner als Buchautor eine ähnlich erfolgreiche Karriere. Besonders über sein Forschungsgebiet der Reliquienverehrung, der Reliquiare und großer Reliquienschreine, in das sicher Einsichten aus seiner Böhmischen Heimat und seinem 20jährigen Aufenthalt in Köln flossen, berichtete er in drei vielgelesenen Werken.

 

Simper

Den Kulturpreis für Darstellende und Ausübende Kunst 2019 erhält Patrick Simper. Der am 12. April 1961 in Mannheim geborene Patrick Simper hat gut daran getan, seinen Wunsch, Berufssänger zu werden, mit einer akademischen Ausbildung als Apotheker zu verbinden. So studierte er an der Universität Heidelberg Pharmazie und nahm gleichzeitig bei qualifizierten Gesangslehrern Unterricht. Seine Qualität und Vielseitigkeit verhelfen ihm zu internationalen Engagements. Von Tokyo über Paris bis Würzburg tritt er als Osmin, Sarastro, Figaro oder König Heinrich, Escamillo oder Kaspar auf. Daneben sind auch Partien im Konzertbereich erwähnenswert, wie Requiem von Mozart und Verdi, Haydns Schöpfung, Dvoraks und Rossinis „Stabat mater“ bis hin zu Bachs Johannes-Passion.
Bewundernswert ist Patrick Simpers Vielseitigkeit: Er singt mit großem Engagement nicht nur die großen Werke Großer Meister, gern beschäftigt er sich auch mit Musicals, Chansons und Schlagern, die er meisterhaft interpretiert.

 

Pedretti

Erica Pedretti erhält den Sudetendeutschen Kulturpreis 2019 für Literatur. In ihren Büchern beschäftigt sie sich oft mit ihrer mährischen Heimat. Geboren wurde die Schriftstellerin und bildende Künstlerin als Erika Schefter 1930 im nordmährischen Sternberg. In Zürich besuchte Pedretti von 1946 bis 1950 die Kunstgewerbeschule und begegnete ihrem späteren Mann, dem Künstler Gian Pedretti. Neben ihrer künstlerischen Arbeit veröffentlichte Erica Pedretti seit der Anthologie „Harmloses, bitte“ (1970) literarische Texte über ihre Herkunft. Auch in „Heiliger Sebastian“ (1973) und „Veränderung oder Die Zertrümmerung von dem Kind Karl und anderen Personen“ (1977) taucht Pedretti tief in Kindheitserinnerungen ein, voller poetischer Bilder und liebevoller Portraits; beschreibt jedoch auch in krassen Bildern die letzte Zeit vor dem Ende des Krieges und die Vertreibung aus ihrer Heimat. So stehen im Mittelpunkt der poetologischen Überlegungen Erica Pedrettis auch die Begriffe Wahrnehmen, Schauen und Anschauen. Denn nach ihrer ersten größeren Ausstellung als Künstlerin 1976 in Solothurn präsentierte sie ihre sehr vielseitigen Kunstwerke regelmäßig in Einzel- und Gruppenausstellungen. Nach der Samtenen Revolution hatte sie auch Ausstellungen in der Tschechischen Republik.

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