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Dialekte

Dialektkarte

Ein einheitliches sudetendeutsches Gebiet gab es nicht und damit auch keine einheitliche Sprachlandschaft. Vielmehr siedelten Deutsche in unterschiedlichen Regionen (Böhmen, Mähren und Schlesien) mit jeweils eigenen Mundarten und Dialekten. Entsprechend vielfältig sind die sudetendeutschen Dialekte. Unverkennbar ist dabei oft die Ähnlichkeit der Dialekte mit denen der benachbarten Länder. Fünf Dialekträume lassen sich unterscheiden: Mittelbairisch, Nordbairisch bzw. Oberpfälzerisch, Ostfränkisch, Obersächsisch und Schlesisch.

Unter den Dialektgebieten war das Schlesische das weiträumigste: Es erstreckte sich vom Böhmischen Niederland im Westen bis hinein in die Beskiden im Osten. Schlesische Einflüsse lassen sich auch in den Mundarten des Schönhengstgaus und der Wischauer Sprachinsel ausmachen.

Einen nordbairischen Dialekt sprach man im oberen Böhmerwald und in der angrenzenden Oberpfalz. Im mittleren und unteren Böhmerwald wurden dagegen, wie im benachbarten Niederbayern und Österreich, mittelbairische Mundarten gepflegt.

Wer vom „sächsischen“ Dialekt spricht, meint damit zumeist die obersächsischen Mundarten, wie sie in der Gegend um Leipzig (Osterländisch) und Dresden (Meißnisch) gesprochen werden. Tatsächlich ist die sächsische Sprachlandschaft jedoch weitaus vielfältiger: Im Westen des Bundeslandes wird Vogtländisch (aus der ostfränkischen und nordbairischen Dialektfamilie), im Osten Lausitzisch (aus der Gruppe der schlesischen Mundarten) gesprochen. Im westlichen Teil des Erzgebirges ist dagegen das Erzgebirgische zu hören – ein Dialekt, der Merkmale des Ostfränkischen mit obersächsischen Einflüssen vereint.

Die Grenze zwischen Sachsen und Böhmen stellte dabei bis 1946 keine Sprachbarriere dar: Auch auf der böhmischen Seite des Gebirgskamms wurde Erzgebirgisch gesprochen. Es war die Sprache des Volkssängers Anton Günther aus Gottesgab, der in ihr seine bekannten Werke, darunter das „Feierabendlied“, verfasste.

 

Um die Dialekte zu sammeln und zu dokumentieren hat die Heimatpflegerin der Sudetendeutschen das Projekt „Heimat im Ohr – Mundart im Netz“ins Leben gerufen, das durch das Bayerische Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales gefördert. In 31 Videos präsentieren Mundartsprecher den Dialekt ihrer Herkunftsregion, schauen und hören Sie rein!