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Heilbäder

Marienbad im Winter, Foto: Erich Hemmel

Die böhmischen Länder zeichnen sich durch einen besonderen Reichtum an Heilquellen aus. An Orten wie Teplitz und Karlsbad wurde schon im Mittelalter mineralienhaltiges Wasser zur Behandlung verschiedenster Krankheiten und Beschwerden angewandt.

Ein Kuraufenthalt diente nicht nur der Gesundheit: Sie waren auch Orte der politischen und geschäftlichen Kontaktpflege, der künstlerischen Darstellungen und der Aufenthalt an einem bedeutsamen Kurort diente den gehobenen Schichten als Statussymbol.
 

Seinen Höhepunkt erreichte das Kurwesen zu Beginn des 20. Jahrhunderts: Im Jahr 1914 gab es in den böhmischen Ländern über 150 Kurorte. Weltweit bekannt und meistbesucht waren Karlsbad, Marienbad und Franzensbad, das böhmische Bäderdreieck. Sie gelangten nicht zuletzt durch Johann Wolfang von Goethes Aufenthalten Weltruhm. Bei einem Besuch in Marienbad verfasste Goethe die bekannte „Marienbader Elegie“. Das Herzstück der 13.000-Einwohner-Stadt, die bis 1946 überwiegend von Sudetendeutschen bewohnt war, stellt die Kurpromenade dar, deren „Singende Fontäne“ auch akustisch begeistert.
 

Ein bedeutendes Baudenkmal Marienbads ist die pseudobarocke gusseiserne Kolonnade aus dem Jahre 1889. Für die Trinkkuren wurden die Kreuz-, die Karolina- und die Rudolfquelle hierher geführt. Zu weiteren berühmten Quellen gehören die Ferdinandquelle, die Waldquelle und die Ambrosiusquelle.
 

Zu den bedeutenden Veranstaltungen im Jahreslauf der Sudetendeutschen zählen die alljährlichen „Marienbader Gespräche“, die dort mit dem Ziel einer Fortentwicklung der deutsch-tschechischen Verständigung stattfinden.

Im Juli 2021 nahm die Unesco Marienbad, Franzensbad und Karlsbad zusammen mit weiteren bedeutenden europäischen Kurorten als „Great Spas of Eurpe“ in die Liste des Weltkulturerbes auf.

Karlsbrunn/Karlova Studánka, Foto: Mathias Kotonski

Jenseits des berühmten Bäderdreiecks finden sich noch zahlreiche weitere Kurorte in den böhmischen Ländern. Charakteristisch für Böhmen, Mähren und Sudetenschlesien ist gerade die Vielzahl kleiner Kurorte mit eigener Bädertradition. Unter diesen zählt Karlsbrunn (Karlova Studánka). Im Altvatergebirge mit seiner typischen Holzarchitektur zu den schönsten. Ende des 18. Jahrhunderts wurden in der Umgebung die ersten Heilquellen entdeckt. Erzherzog Maximilian Franz von Österreich (1756–1801) förderte den Kurbetrieb durch die Errichtung eines Badehauses. Die säure- und eisenhaltigen Quellen wurden sowohl für Bade- als auch Trinkkuren verwendet. Daneben ist Karlsbrunn bis heute ein Luftkurort, der mit der „saubersten Luft Mitteleuropas“ für sich wirbt.