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Rübezahl

Figur am Rübezahlbrunnen in Trautenau, Foto: Baldur Haase

Die wohl bekannteste Sagengestalt der Sudeten ist Rübezahl, der Berggeist des Riesengebirges. Seine weite Verbreitung verdankt der literarische Stoff nicht zuletzt dem Schriftsteller Johannes Praetorius, der im 17. Jahrhundert mehrere umfangreiche Sammlungen von Rübezahl-Sagen herausgab. 1783 verfasste Johann Musäus seine „Legenden von Rübezahl“, die bis heute neu aufgelegt werden.

Im 19. Jahrhundert entwickelte sich der Rübezahl zu einer Symbolfigur für das Riesengebirge. Viele landschaftliche Besonderheiten, vor allem auffällige Felsformationen, wurden nach dem Berggeist benannt. So finden sich im Riesengebirge unter anderem „Rübezahls Würfel“, „Rübezahls Fußstapfen“, „Rübezahls Tanzplatz“, „Rübezahls Kegelbahn“ und „Rübezahls Rosengarten“.

 

Von Ober Schüsselbauden bis Harrachsdorf führt der vom Deutschen Riesengebirgsverein angelegte Rübezahlweg. Am Kahlen Berg kreuzt der Weg die Pisten des Rochlitzer Skigebietes. Von dort bietet sich ein wunderbarer Ausblick auf die Stadt Rochlitz an der Iser. Dort wurde 1980 der Film „Krakonoš a lyžníci“ („Rübezahl und die Skifahrer“) gedreht. Die neueste filmische Umsetzung der Sage ist „Rübezahls Schatz“ aus dem Jahr 2017 mit dem Siebenbürger Sabin Tambrea in der Titelrolle.
 

Nach der Vertreibung blieb der Rübezahl für die Riesengebirgler eine wichtige Symbolfigur. Als „Krakonoš“ (tschechisch) und „Liczyrzepa“ (polnisch) ist er in seiner Heimat noch immer sehr präsent und stellt damit eine echt europäische, völkerverbindende Sagengestalt dar.