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Advent und Weihnachten im Erzgebirge

Schlosspark in Klösterle an der Eger, Foto: Martin Motlík

Wie keine andere Region weltweit wird das Erzgebirge mit der Advents- und Weihnachtszeit in Verbindung gebracht. Die Gründe dafür liegen in der jahrhundertealten Bergbautradition des Gebietes. In den Gruben des Erzgebirges gingen die Bergleute einer äußerst gefährlichen Arbeit nach. Die beständige Lebensgefahr ließ viele von ihnen besonders fromm werden. Große Verehrung genoss die hl. Barbara, Schutzpatronin der Bergarbeiter. Ihr Namenstag, der 4. Dezember, wurde zu einem bedeutenden Feiertag des Erzgebirges. Bis heute finden die traditionellen erzgebirgischen Bergparaden stets im Advent statt.

 

Die Lichtsymbolik dieser Zeit hatte für die Bergleute, die oft während des gesamten Winterhalbjahres kein Tageslicht sahen, ganz besondere Bedeutung. Das Weihnachtsfest markierte für sie zugleich die Wintersonnenwende und damit die Rückkehr des Lichtes. Entsprechend feierlich wurde die „Mettenschicht“, die letzte Arbeitsschicht am Heiligen Abend, begangen: An den verkürzten Arbeitstag schlossen sich ein gemeinsames Festessen und der Besuch der Christmette an.

 

Auch die weltberühmte erzgebirgische Volkskunst steht in Verbindung zum Bergbau, der starken konjunkturellen Schwankungen unterworfen war. Wann immer die Erträge aus der Erzförderung zurückgingen, waren die im Bergbau Beschäftigten auf einen Zusatzverdienst angewiesen. Diesen fanden sie häufig im Spitzenklöppeln und der Kunstschnitzerei – Tätigkeiten, die bevorzugt im Winter ausgeübt wurden, wenn keine landwirtschaftlichen Arbeiten anstanden. Die künstlerischen Erzeugnisse des Erzgebirges wurden so für ihre weihnachtlichen Motive bekannt